{"id":5012,"date":"2021-01-10T13:08:14","date_gmt":"2021-01-10T13:08:14","guid":{"rendered":"http:\/\/geschichte.bibibo.info\/?p=5012"},"modified":"2021-01-12T14:00:29","modified_gmt":"2021-01-12T14:00:29","slug":"zur-geschichte-biebertals-grossgemeinde-biebertal-besteht-seit-50-jahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte.bibibo.info\/?p=5012","title":{"rendered":"Zur Geschichte Biebertals &#8211; Gro\u00dfgemeinde Biebertal besteht seit 50 Jahren"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Es war und ist nicht immer alles einfach, sechs Ortsteile unter einen Hut zu bekommen. <br>Das wei\u00df B\u00fcrgermeisterin Ortmann. Doch es ist schon viel zusammengewachsen. <\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.meine-vrm.de\/1VGp93WVlNbcuIbGMcv1U52SYFU=\/1020x510\/smart\/819%2F22921%2F22921793%2F49485917.jpg\" alt=\"Die Unterzeichnung der Urkunde zum Zusammenschluss war reine M\u00e4nnersache (v.l.): Otto Steinm\u00fcller (Fellingshausen, f\u00fcr den erkrankten B\u00fcrgermeister Helmut Wehn), B\u00fcrgermeister Wolf-Dieter Meckel (Rodheim-Bieber), der Erste Kreisbeigeordnete Erich B\u00fcscher (Wetzlar), B\u00fcrgermeister Ludwig Zimmer (Vetzberg), B\u00fcrgermeister Friedrich Kau\u00df (K\u00f6nigsberg) und B\u00fcrgermeister Willi Herrmann (Krumbach) waren \u00fcberzeugt von der Gro\u00dfgemeinde Biebertal.  Repros und Fotos: Meina \"\/><figcaption>Die Unterzeichnung der Urkunde zum Zusammenschluss war reine M\u00e4nnersache (v.l.): Otto Steinm\u00fcller (Fellingshausen, f\u00fcr den erkrankten B\u00fcrgermeister Helmut Wehn), B\u00fcrgermeister Wolf-Dieter Meckel (Rodheim-Bieber), der Erste Kreisbeigeordnete Erich B\u00fcscher (Wetzlar), B\u00fcrgermeister Ludwig Zimmer (Vetzberg), B\u00fcrgermeister Friedrich Kau\u00df (K\u00f6nigsberg) und B\u00fcrgermeister Willi Herrmann (Krumbach) waren \u00fcberzeugt von der Gro\u00dfgemeinde Biebertal. Repros und Fotos: Meina<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>BIEBERTAL &#8211; Eigentlich sollte Biebertal im Jahr 2020 ganz im Zeichen der Gr\u00fcndung der Gemeinde vor 50 Jahren stehen. Doch Corona-bedingt wurde daraus bekanntlich nichts. Ob die Feierlichkeit nachgeholt wird, bleibt offen. Dennoch lohnt es sich, einmal zur\u00fcck-, aber auch nach vorn zu blicken. <br>&#8222;Die Vereinigung von K\u00f6nigsberg, Rodheim-Bieber, Fellingshausen, Krumbach und Vetzberg war damals von oben gewollt&#8220;, wei\u00df Elke Lepper, die Vorsitzende der Gemeindevertretung. Die Gebietsreform sollte in ganz Hessen neue, gr\u00f6\u00dfere Verwaltungseinheiten schaffen und Synergien nutzen. <br>Das Problem: Die Anforderungen an die bis dahin vor allem ehrenamtlichen B\u00fcrgermeister wurden immer gr\u00f6\u00dfer. Als Gro\u00dfgemeinde konnte man sich die n\u00f6tigen Verwaltungsmitarbeiter und einen hauptamtlichen Rathauschef leisten. Doch bis dahin brauchte es einiges an \u00dcberzeugungsarbeit, wie sich Lepper erinnert. <br>Die Idee des Zusammenschlusses entstand bereits im Januar 1970 bei einem Gespr\u00e4ch zwischen Vertretern der SPD und der FWG in Fellingshausen. <br>Man wollte zun\u00e4chst mit der Doppelgemeinde Rodheim-Bieber Gespr\u00e4che f\u00fchren. Ende Juli stimmten dann die Gemeindevertreter in Rodheim-Bieber &#8211; wenn auch mit einigen Bedenken &#8211; der Idee zu. <br>Vier Tage sp\u00e4ter wurde das Angebot auf Krumbach ausgedehnt. <br>&#8222;Frankenbach wurde nicht gefragt, da sie sich bereits f\u00fcr einen hauptamtlichen B\u00fcrgermeister entschieden hatten&#8220;, erl\u00e4utert Lepper. <br>Frankenbach kam erst am 1. Januar 1977 zur Gro\u00dfgemeinde hinzu, nachdem sich dessen B\u00fcrger bei einer Volksbefragung mit gro\u00dfer Mehrheit f\u00fcr Biebertal und gegen Hohenahr ausgesprochen hatten. Fellingshausen und Vetzberg traten dem Zusammenschluss am 21. und 23. August 1970 bei. <br>Die K\u00f6nigsberger taten sich deutlich schwerer. So lie\u00df eine B\u00fcrgerumfrage auf massiven Widerstand schlie\u00dfen: 64 Prozent stimmten gegen einen Zusammenschluss. Doch das w\u00e4hrte nicht lange. Eine Unterschriftensammlung drei Wochen sp\u00e4ter ergab das Gegenteil. Dieses Mal stimmten 69 Prozent f\u00fcr die Fusion. <br>Als der Vertrag am 1. Dezember 1970 vom Ersten Kreisbeigeordneten aus Wetzlar an den neuen Interims-B\u00fcrgermeister &#8211; den bisherigen B\u00fcrgermeister von Rodheim-Bieber, Wolf-Dieter Meckel &#8211; \u00fcbergeben wurde, \u00e4nderte sich zun\u00e4chst nicht viel. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"511\" height=\"638\" src=\"https:\/\/geschichte.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Biebertal-Urkunde-1970.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5013\" srcset=\"https:\/\/geschichte.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Biebertal-Urkunde-1970.jpg 511w, https:\/\/geschichte.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Biebertal-Urkunde-1970-240x300.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 511px) 100vw, 511px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Ganz faktisch aber zun\u00e4chst der Name, die Gr\u00f6\u00dfe und Einwohnerzahl. <br>F\u00fcr &#8222;Biebertal&#8220; entschied man sich recht schnell, vor allem die Vetzberger und Bieberer sprachen sich daf\u00fcr aus. &#8222;K\u00f6nigsberg wollte lieber D\u00fcnsbergen oder D\u00fcnsbergtal&#8220;, wei\u00df Lepper. Doch sie wurden \u00fcberstimmt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Gro\u00dfgemeinde erstreckte sich nun \u00fcber 3400 Hektar, wobei K\u00f6nigsberg mit 1226 Hektar fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig knapp der gr\u00f6\u00dfte und Vetzberg mit 66 Hektar der kleinste Ortsteil ist. <br>8118 Einwohner hatte Biebertal nun. <br>Als Frankenbach dazu kam, war die Gemeinde 4400 Hektar gro\u00df und hatte knapp 10 000 Einwohner. <br><br>Fr\u00fch gab es ein erstes kleines Beben. <br>Im Januar 1971 wurden die ersten Gemeindevertreter gew\u00e4hlt &#8211; mit einer \u00dcberraschung. Im sonstigen &#8222;roten&#8220; Kreis Wetzlar, zu dem Biebertal damals geh\u00f6rte, stimmte die Mehrheit (2384) f\u00fcr die Freie W\u00e4hler-gemeinschaft Biebertal (zehn Sitze), w\u00e4hrend die SPD 2173 Stimmen und neun Sitze erhielt. <br>Interims-B\u00fcrgermeister Meckel soll daraufhin ge\u00e4u\u00dfert haben, &#8222;mit diesen Pharis\u00e4ern&#8220; nicht zusammen-arbeiten und nicht f\u00fcr das B\u00fcrgermeister-Amt kandidieren zu wollen. Somit stellte die FWG mit Helmut Bechlinger einen eigenen B\u00fcrgermeister. <br>Nun gab es zwar eine gemeinsam gew\u00e4hlte Gemeindevertretung, aber dennoch be\u00e4ugten sich die B\u00fcrger noch kritisch. &#8222;Es war einerseits zwar freiwillig, aber doch auch von oben bestimmt. Da braucht man Zeit. <br>So etwas hat ja auch immer mit Identit\u00e4t zu tun, mit Wurzeln. <br>Ich denke schon, dass es damals wie heute wichtig war, dass etwa Krumbach Krumbach bleibt, auch wenn es unter Biebertal f\u00e4llt&#8220;, sagt B\u00fcrgermeisterin Patricia Ortmann, die damit eine zentrale Bef\u00fcrchtung von damals anspricht: Die Sorge, dass dem Einzelnen etwas weggenommen wird. &#8222;So etwas muss wachsen, es muss sich mit den B\u00fcrgern, der Wirtschaft und der Verwaltung entwickeln.&#8220; <br>Dazu geh\u00f6rte auch, die Sorge ernst zu nehmen, dass Rodheim-Bieber alles bekommt und in den entlegeneren Ortsteilen nichts bleibt. Doch daf\u00fcr sorgte bereits das Land mit der Vorgabe, dass in jedem Ortsteil eine bestimmte Infrastruktur bleibt oder entstehen muss, wie ein B\u00fcrgerhaus. <br>&#8222;Das war eine wichtige Entscheidung, denn es ist auch heute noch ungemein wichtig, dass man einen Mittelpunkt im Ort hat&#8220;, betont Ortmann. <br>Auch war der B\u00fcrgermeister damals verpflichtet, eine w\u00f6chentliche B\u00fcrgersprechstunde in jedem Ort abzuhalten. Diese gibt es heute nicht mehr. Umso wichtiger findet es Ortmann, dass die B\u00fcrger in jedem Ortsteil Ansprechpartner im Ortsbeirat haben. <br>Lepper, die 1970 der Liebe wegen nach Biebertal &#8211; genauer K\u00f6nigsberg &#8211; zog, erinnert sich noch, dass es vor allem in den ersten Jahren immer wieder zu Sticheleien kam. &#8222;Man muss sich klar machen, dass jeder Ort gewachsen ist. Selbst die Dialekte sind teils unterschiedlich. Und pl\u00f6tzlich war man eins.&#8220; <br>Maib\u00e4ume wurden geklaut und selbst Ehen \u00fcber die Ortsgrenzen hinaus waren lange Zeit nicht g\u00e4ngig. <br>Es gab aber auch Ber\u00fchrungspunkte, wie etwa die Schule. Die Kinder aus K\u00f6nigsberg, Vetzberg und Rodheim-Bieber wurden zusammen unterrichtet, es entstanden Freundschaften. <br>\u00c4hnlich ist es auch heute noch. In Fellingshausen gehen immer noch die Kinder aus Krumbach und Frankenbach in eine Grundschule. Auch in der Vereinsarbeit n\u00e4herte man sich an. <br>Lepper wei\u00df noch, &#8222;dass der Chor in K\u00f6nigsberg 1975 sein Jubil\u00e4um feierte und dazu auch die Ch\u00f6re aus den anderen Ortsteilen einlud, die gerne mitmachten.&#8220; <br>Ein Beispiel aus der j\u00fcngsten Zeit ist laut Ortmann die Teilnahme an der &#8222;Tour der Hoffnung&#8220; 2019. <br>&#8222;Alle haben an einem Strang gezogen und wir haben gezeigt, wie gut man miteinander funktioniert und was man schaffen kann, wenn man etwas gemeinsam anpackt.&#8220; <br>\u00c4hnlich gehe man das nun mit dem neuen St\u00fctzpunkt f\u00fcr vier Feuerwehren an. &#8222;Auch wenn die Zusammenarbeit auch mal holprig war, ist das ein riesen Schritt und zeigt, wie gut wir zusammengewachsen sind.&#8220; Schlie\u00dflich m\u00fcsse man gemeinsam in die Zukunft gehen, &#8222;alleine geht es nicht&#8220;. <br>Ein k\u00fcnftiges Ziel ist eine bessere Verbindung zwischen den Ortsteilen &#8211; per Fahrrad und per Bus. Da gehe es auch um die Verbindung nach Wettenberg und Gie\u00dfen. <br>Als Fl\u00e4chengemeinde mit teils l\u00e4ngeren Wegen sei es wichtig, mit der Zeit zu gehen. <br>&#8222;Wir wollen die Verwaltung so gut wie m\u00f6glich digital aufbauen, damit man nicht f\u00fcr Kleinigkeiten von K\u00f6nigsberg nach Rodheim muss&#8220;, so Ortmann. <br>Dass die Rathauschefin keine Ur-Biebertalerin ist, sieht sie mittlerweile als Vorteil. Sie habe v\u00f6llige Neutralit\u00e4t, keine Pr\u00e4ferenz f\u00fcr einen Ortsteil. &#8222;Ich denke, dass man mir deshalb auch mit Geduld begegnet, aber ich muss auch liefern. Gerade bei Dingen wie der Mehrzweckhalle in Krumbach.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: Jennifer Meina, >Alleine geht es nicht&lt;, Gie\u00dfener Anzeiger,  10.01.2021<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war und ist nicht immer alles einfach, sechs Ortsteile unter einen Hut zu bekommen. Das wei\u00df B\u00fcrgermeisterin Ortmann. Doch es ist schon viel zusammengewachsen. BIEBERTAL &#8211; Eigentlich sollte Biebertal im Jahr 2020 ganz im Zeichen der Gr\u00fcndung der Gemeinde vor 50 Jahren stehen. Doch Corona-bedingt wurde daraus bekanntlich nichts. 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