{"id":112,"date":"2020-04-10T11:00:00","date_gmt":"2020-04-10T11:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/geschichte.bibibo.info\/?p=112"},"modified":"2021-04-20T09:46:39","modified_gmt":"2021-04-20T09:46:39","slug":"aussergewoehnlicher-fund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/geschichte.bibibo.info\/?p=112","title":{"rendered":"Au\u00dfergew\u00f6hnlicher Fund &#8211; 2017"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/geschichte.bibibo.info\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/image-7.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-141\" width=\"421\" height=\"91\"\/><figcaption>Keltisches einschneidiges Hiebschwert ca. 300 v.Chr.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Hiebschwert jetzt im Museum &#8222;KeltenKeller&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein am D\u00fcnsberg entdecktes Hiebschwert ist im Museum f\u00fcr Arch\u00e4ologie im Gleiberger Land zu sehen. <br>Wie kommt ein germanisches Schwert an einen keltischen Siedlungsort?<\/p>\n\n\n\n<p>Zum zehnten Jubil\u00e4um des Museums &#8222;KeltenKeller&#8220; in Biebertal wurde am Freitag ein ganz besonderer Fund der \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht: Ein einschneidiges Hiebschwert.<\/p>\n\n\n\n<p>Was da am 21. Januar 2016 auf dem D\u00fcnsberg aus dem Boden ragte, ist wirklich au\u00dfergew\u00f6hnlich. Nach einem Wintersturm fand man hier die alte, korrodierte und zerbrochene Klinge eines Hiebschwertes von eindeutig germanischer Machart.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber was sucht ein germanisches Schwert auf einem keltischen Siedlungsort? <br>Diese Frage stellte sich im vergangenen Jahr <em>Dr. Claudia Nickel<\/em>, Vorsitzende des Vereins &#8222;Arch\u00e4ologie im Gleiberger Land&#8220;. Zwar gab es durchaus Handels- und auch Wanderwege zwischen den Germanen und den Kelten, aber Schwerter wurden dabei normalerweise nicht gehandelt. &#8222;Die Kelten konnten mit den einschneidigen Hiebschwertern der Germanen nichts anfangen&#8220;, erkl\u00e4rte <em>Nickel <\/em>am Freitag.<\/p>\n\n\n\n<p>Andersherum war es \u00fcbrigens genauso: Einige Funde belegen, dass die Germanen sogar die zweischneidigen keltischen Schwerter ver\u00e4nderten, um sie wie ihre Waffen zu benutzen. Die wahrscheinlichste Herkunftsgeschichte ist wohl, dass die Klinge zu r\u00f6mischer Zeit, vermutlich im ersten Jahrhundert vor Christus, mit einem germanischen S\u00f6ldner auf den D\u00fcnsberg gelangte, wie die Vereinsvorsitzende erl\u00e4uterte. Dort sei die Waffe dann erbeutet und nach keltischer Art rituell geopfert worden \u2013 denn die Kelten auf dem D\u00fcnsberg bestatteten Tote nicht mit Waffen in den Gr\u00e4bern.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch als das rund 80 Zentimeter lange Schwert gefunden wurde, war es von einer festen Erdschicht umgeben, die sich mit dem korrodierten Metall verbunden hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Monate lang restaurierte <em>Daniel Usher<\/em> es im R\u00f6misch-Germanischen Museum in K\u00f6ln, bevor es nun seinen Bestimmungsort in Rodheim-Bieber finden konnte \u2013 ein wirklich tolles Geschenk zum zehnten Jubil\u00e4um des &#8222;KeltenKellers&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit ist das einschneidige Hiebschwert erstmals an diesem Sonntag, 26. M\u00e4rz, im Museum f\u00fcr Arch\u00e4ologie im Gleiberger Land in Biebertal-Rodheim im Keller der Gemeindeverwaltung, zu sehen. Ge\u00f6ffnet ist von 14 bis 16 Uhr.<\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.giessener-allgemeine.de\/kreis-giessen\/biebertal-ort848760\/hiebschwert-jetzt-museum-keltenkeller-11986413.html\">Gie\u00dfener Allgemeine<\/a>, 25.03.17<\/p>\n\n\n\n<p><strong>PS<\/strong>: &#8222;Die wichtigste Angriffswaffe der Kelten war das Schwert. Fr\u00fche Exemplare haben eine spitze, f\u00fcr Hieb und Stich gleicherma\u00dfen geeignete Klinge von durchschnittlich 60 cm L\u00e4nge, w\u00e4hrend sich sp\u00e4ter das reine Hiebschwert mit einer vorn abgerundeten Klinge von 80 cm und mehr durchsetzte.<br>Wie metallurgische Untersuchungen ergaben, wurden die Klingen gelegentlich zur Erh\u00f6hung der Elastizit\u00e4t aus mehreren Eisenstangen unterschiedlicher H\u00e4rte hergestellt, wobei man das h\u00e4rteste Material f\u00fcr die Schneide verwendete. <br>F\u00fcr die hohe Wertsch\u00e4tzung des Schwertes spricht, dass man auf den Klingen h\u00e4ufig Markierungen mit Darstellungen von stilisierten Tieren oder Symbolzeichen anbrachte, die man gelegentlich auch mit Goldblech einlegte. Ob es sich bei diesen Schlagmarken um reine Fabrikations- bzw. Besitzerstempel handelt oder ob ihnen dar\u00fcber hinaus eine rituelle Bedeutung zukam, ist ungewiss.<br>Die Griffe der Schwerter hatten h\u00e4ufig die Form eines langgestreckten X, wobei die beiden Griffschalen zumeist aus Holz oder Bein geschnitzt und gelegentlich mit Schmuckeinlagen verziert waren. Oft wurde der Knauf als rundplastischer Kopf gestaltet, was dem Griff ein menschen\u00e4hnliches Aussehen verlieh.<br>Die Schwerter bestanden zumeist aus Eisen- oder Bronzeblech und waren h\u00e4ufig an der \u00d6ffnung oder an der Spitze, dem Ortband, in Treib-, Ziselier- und Punztechnik verziert.<br>Nach Zeugnis der bildlichen Darstellungen wie auch der antiken Autoren trug man das Schwert an einer Kette aus Eisen oder Bronze an der rechten H\u00fcfte.<br>Das hohe Ansehen des keltischen Schwertes in der Antiken Welt bezeugt nicht zuletzt der Umstand, dass eine der altkeltischen Bezeichnungen daf\u00fcr ins Lateinische entlehnt wurde (lat. <em>gladius<\/em>, altirisch <em>claideb<\/em> und kymrisch <em>cleddyf<\/em>) und dort als alte Erbwort <em>ensis <\/em>weitergehend verdr\u00e4ngte.&#8220; &#8230;<br>&#8222;Auf die Frage nach der praktischen Verwendung der keltischen Waffen und ihrer Wirkung im Kampf geben in erster Linie die Beschreibungen antiker Autoren Auskunft. So schildert etwa im 2. Jahrhundert v. Chr. der Historiker Polybios, wie in der Schlacht von Telamon 225 v. Chr. alle H\u00fcgel der Umgebung vom L\u00e4rm des Kriesgeschreis und der Trompeten widerhallten, w\u00e4hrend der Anblick der vielfach nackten und mit goldenen Arm- und Halsringen geschm\u00fcckten Gallier die R\u00f6mer in Angst und Schrecken versetzte. Die psychologische Wirkung der gallischen Krieger betont auch eine Schilderung des Poseidonios, die sich bei Diodor von Sizilien erhalten hat. Ihr zufolge forderten die Kelten vor der Schlacht h\u00e4ufig einzelne Krieger zum Zweikampf heraus, wobei sie ihre Waffen schwangen, lautstark die eigenen Heldentaten und die ihrer Vorfahren r\u00fchmten und gleichzeitig den Gegner durch Schm\u00e4hungen herabzusetzen suchten.&#8220;<br><\/p>\n\n\n\n<p>zitierte Quelle: Maier, Bernhard: Die Kelten: ihre Geschichte von den Anf\u00e4ngen bis zur Gegenwart, <a href=\"https:\/\/books.google.de\/books?id=9Yu24J98LkoC&amp;pg=PA58&amp;lpg=PA58&amp;dq=keltisches+hiebschwerte&amp;source=bl&amp;ots=kYDIZOa9yN&amp;sig=ACfU3U2cS00iu6jfaN_4WcYZgdDMlT3hQw&amp;hl=de&amp;sa=X&amp;ved=2ahUKEwjx_-PGmN7oAhVV5KYKHT7CBsIQ6AEwBXoECAwQeg#v=onepage&amp;q=keltisches%20hiebschwerte&amp;f=false\">E-Book<\/a><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hiebschwert jetzt im Museum &#8222;KeltenKeller&#8220; Ein am D\u00fcnsberg entdecktes Hiebschwert ist im Museum f\u00fcr Arch\u00e4ologie im Gleiberger Land zu sehen. 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